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Taufe in der Nikolaikirche Flensburg

"Die versammelte kirchliche Elite meint [1933/34] in subjektiv redlicher Überzeugung, rechtliche und gesellschaftliche Ausgrenzung mit der Praxis eines humanen Fremden- und Minderheitsrechts verbinden zu können. Verdrängung ja, Verfolgung - nein; Aufhe­bung der Emanzipation ja - totale Rechtlosigkeit nein. Man hält diese Unterscheidung für machbar. Die Judenpolitik des völkischen Staates ist im Ganzen für sie legitim. Ge­mäß ihrem Obrigkeitsverständnis kann es für sie keinen generellen Widerstand gegen die legale Ordnungspolitik geben. Die Kirche kann mahnen, die Härte der Gesetze ohne individuelle Unmenschlichkeit zu vollziehen. Es hat in der Kirche 1933/34 eine intensive Diskussion über die Judenfrage und über die judenchristliche Frage gegeben. Deshalb erstaunt, dass in der späteren Theologi­schen Erklärung von Barmen diese Themen nicht angeschnitten werden. Aber damit wurde wieder ein entscheidendes aktuelles politisches und rechtspolitisches Thema aus dem kirchlichen öffentlichen Reden ausgeblendet. Zwei Motive für dieses Schweigen dürften sich vermischen: die traditionelle Anerkennung der obrigkeitlichen Entschei­dungen und die Sorge, keinen Konsens zwischen den theologischen Positionen in der Judenfrage zu finden." (G. Brakelmann, Der Weg nach Barmen, 2010, S. 45)

"Daß es aber in der Bek. Kirche Menschen geben kann, die zu glauben wagen, sie seien berechtigt oder gar aufgerufen, dem Judentum in dem heutigen historischen Geschehen und dem von uns verschuldeten Leiden Gericht und Gnade Gottes zu verkündigen, ist eine Tatsache, angesichts deren uns eine kalte Angst ergreift. Seit wann hat der Übeltäter das Recht, seine Übeltat als den Willen Gottes auszugeben? Seit wann ist es etwas anderes als Gotteslästerung zu behaupten, es sei der Wille Gottes, daß wir Unrecht tun? Hüten wir uns, daß wir den Greuel unserer Sünde nicht verstecken im Heiligtum des Willens Gottes. Es könnte sonst wohl sein, daß auch uns die Strafe der Tempelschänder träfe, daß auch wir den Fluch dessen hören müßten, der die Geißel flocht und trieb sie hinaus." (E. Schmitz in: Gailus 242)

Antisemitismus und Integrität der Taufe

Dietrich Bonhoeffer, Die Kirche vor der Judenfrage [Fassung vom 15. April 1933], in: "Der Vormarsch", Juni 1933, S. 171-176 (DBW 12, 349-358).

Wilhelm Vischer, Zur Judenfrage. Eine kurze biblische Erörterung der Judenfrage im Anschluß an die Leitsätze eines Vortrags über die Bedeutung des Alten Testamentes [gehalten am 30. April 1933 in Lemgo], in: Monatsschrift für Pastoraltheologie, 6 (1933), S. 185-190.

Paul Leo, Denkschrift "Kirche und Judentum", Mai 1933, in: Eberhard Klügel, Die lutherische Landeskirche Hannovers und ihr Bischof 1933-1945, Band 2: Dokumente, Berlin und Hamburg 1965, S. 189-196.

Gerhard Kittel, Die Judenfrage, Stuttgart: Kohlhammer, Juni 1933, 31934.

Walter Künneth, Das Judenproblem und die Kirche, Juni 1933, in: ders./ Helmuth Schreiner (Hrsg.), Die Nation vor Gott. Zur Botschaft der Kirche im Dritten Reich, Berlin 1933, 31934, S. 115-137.

Hans Ehrenberg, 72 Leitsätze zur judenchristlichen Frage, Juli/August 1933, in: K.D. Schmidt (Hg.), Die Bekenntnisse des Jahres 1933, Göttingen 1934, S. 66-73.

Wilhelm Vischer, Die Kirche und die Juden (Urfassung für das Betheler Bekenntnis von 1933); zitiert nach: Eberhard Busch, Die Kirche und die Juden. Der Beitrag Wilhelm Vischers zum sog. Betheler Bekenntnis, in: M.L. Frettlöh/ H.P. Lichtenberger (Hg.), Gott wahr nehmen. Festschrift für Christian Link, Neukirchen-Vluyn 2003, S. 41-52. Kommentar:

Gutachten der Theologischen Fakultät der Universität Marburg über den Arierparagraph in der Kirche, 19. September 1933, in: Die Bekenntnisse des Jahres 1933, S. 178-182.

Theologisches Gutachten über die Zulassung von Christen jüdischer Herkunft zu den Ämtern der Deutschen Evangelischen Kirche (Erlanger Gutachten), 25. September 1933, in: Die Bekenntnisse des Jahres 1933, S. 182-186.

Hermann Strathmann, Kann die evangelische Kirche Personen nichtarischer Abstammung weiter in ihren Ämtern tragen? In: Die Bekenntnisse des Jahres 1933, S. 186-189.

Neues Testament und Rassenfrage. Erklärung deutscher Neutestamentler, 23. September 1933 [mit 20 Unterschriften], in: Junge Kirche 1 (1933) 201-204.

Martin Niemöller, Sätze zur Arierfrage in der Kirche, 2. November 1933, in: Die Bekenntnisse des Jahres 1933, S. 96-98.

Heinrich Vogel, Acht Artikel Evangelischer Lehre um der gegenwärtigen Irrlehre willen den Verirrten zur Weisung, den Angefochtenen zum Trost, bekannt auf dem Grunde der Heiligen Schrift, Berlin: Furche-Verlag Ende Nov. 1933, darin:

  • "Weil wir denn Christen werden nicht durch die Geburt, durch Rasse oder Blut, sondern durch den Heiligen Geist, die Taufe und das Wort Gottes, verwerfen wir die Forderung, daß nur arische Christen Glieder der Deutschen Evangelischen Kirche sein dürften. Insbesondere verwerfen wir die Bannung oder Entrechtung der Judenchristen in einer Kirche, die sich als Kirche Jesu Christi bekennt, der dem Fleisch nach ein Jude ward, wie denn Propheten und Apostel nach Gottes ewigem Ratschluß aus diesem Volk berufen wurden."

Erich Vogelsang, Luthers Kampf gegen die Juden (Sammlung gemeinverständlicher Vorträge und Schriften aus dem Gebiet der Theologie und Religionsgeschichte 168), Tübingen: Mohr 1933.

Gerhard Jasper, Die evangelische Kirche und die Judenchristen, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1934.

Wilhelm Rehm, Rassengesetze und christlicher Glaube, in: Positives Christentum, 1. Jg. Nr. 13, 29. September 1935, S. 1.

Martin Rade, Zur deutschen Judengesetzgebung, in: Christliche Welt Nr. 21 vom 2. November 1935, Spalte 994-997.

Adolf Schlatter, Wird der Jude über uns siegen? Ein Wort für die Weihnachtszeit, Velbert: Freizeiten Verlag 1935.

Elisabeth Schmitz, Denkschrift "Zur Lage der deutschen Nichtarier". Maschinenschriftlich 1935/36. Erstveröffentlichung des Textes der Denkschrift, jedoch Marga Meusel zugeschrieben, in: Wilhelm Niemöller (Hrsg.): Die Synode zu Steglitz. Göttingen 1970. Faksimile der Denkschrift in: Julia Scheuermann: Dr. Elisabeth Schmitz - Eine Widerstandskämpferin des Dritten Reiches? In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte. Hanau 2010, S. 198-282. Jetzt abgedruckt in: Manfred Gailus, Mir aber zerriss es das Herz. Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010, 2. Aufl. 2011, S. 223-252.

Wilhelm Halfmann, Die Kirche und der Jude, Breklum: Amt für Volksmission 1936.

  • Halfmann rechtfertigte sich 1958 gegenüber dem Chefredakteur der SPD-eigenen "Flensburger Presse" Jochen Steffen: Seine Schrift habe "nun gerade nicht die nationalsozialistische Rassenpolitik gutheißen" wollen, sondern sie bezweckte "das Gegenteil". Kritik an der "Rassenpolitik" konnte damals öffentlich nur unter "tendenzverhüllenden Zugeständnissen" geschrieben werden. Der Angriff gegen die "NS-Rassentheorie" sei auch den Nationalsozialisten bewusst gewesen, da die Schrift schnell beschlagnahmt wurde. Letztendlich sei er damals der Überzeugung gewesen, "daß die 'Nürnberger Gesetze' von 1935 den Juden wenigstens einen Rechtsstand garantierten, wenn auch in der Art des Gettos. Dass eine feierlich proklamierte reichsgesetzliche Regelung nur ein Täuschungsmanöver sein würde, habe ich damals, fast drei Jahre vor der 'Kristallnacht' und allem, was folgte, nicht vorausgesehen." (Halfmann in: Flensburger Presse vom 29. Mai 1958, Kopie in: NEK-Archiv, 20.01, Nr. 660.)

P. Asmussen, Judentum und Rasse, in: Alldeutsche Blätter 46 (1936) 91 f. [Zu Unrecht H. Asmussen zugeschrieben:

Hans Asmussen, Das Volk Israel (Röm. 10,18-11,29), in: ders., Sola fide - das ist lutherisch! II (Theologische Existenz heute, Heft 50), München: Chr. Kaiser 1937, S. 76-81.

Julius von Jan, Predigt am Bußtag (16. November) 1938, in: Theodor Dipper, Die Evangelische Bekenntnisgemeinschaft in Württemberg 1933-1945, Göttingen 1966, S. 263 f.

Kirchentag der Bekennenden Kirche, Wort an die Gemeinden, Advent 1938:

  • "Liebe Brüder und Schwestern in Christo! Viele unter euch sind durch das Geschick unserer christlichen Glaubensgenossen unter den Juden betroffen. ... Die Botschaft von der Gnade Gottes richtet sich an alle Menschen ... wir trauen auf Gottes Verheißung, die dem Volk Israel und allen Völkern gegeben ist." (zitiert nach W. Jannasch, Deutsche Kirchendokumente, Zürich 1946, S. 80)

Württembergische kirchlich-theologische Sozietät, Denkschrift "Das Wort der Kirche zur Judenfrage", 1938:

  • "Wer einen getauften Juden verleugnet, verleugnet Christus und lehrt ein anderes Evangelium. Es gibt für Heidenchristen und für Judenchristen nur eine Taufe, nur eine Kirche und nur eine Vergebung und darum auch nur ein Abendmahl." (zitiert nach der Abschrift, unter "Judenfrage" in Wilhelm Niemöllers Bielefelder Archiv)

Vorschlag OKR Brunotte am 13. März 1939 bei einer Besprechung im EOK in Berlin:

  • "in Überholung der landeskirchlichen Gesetze eine Verordnung der DEK über die kirchliche Stellung evangelischer Juden zu erlassen und zwar in Anlehnung an die Unterscheidung von Reichsbürgern und Staatsangehörigen auf politischem Gebiete. Danach könnten evangelisch getaufte Juden mit bestimmten Einschränkungen ihrer jeweiligen Kirchengemeinde in einem Gastverhältnis angehören und würden ein Anrecht auf Versorgung durch arische Pfarrer behalten. Sie sollten dagegen nicht die vollen kirchlichen Rechte der Mitglieder einer Kirchengemeinde haben." (Brunotte 1967, S. 159)

Öffentliches Schreiben der VKL der DEK an die Pfarrer aller Landeskirchen vom Mai 1939:

  • "Die Landeskirchen von Thüringen, Sachsen, Mecklenburg, Lübeck haben nicht-arische Christen Bestimmungen unterworfen, durch die die Einheit des Leibes Christi zerstört wird." (KJ 1933-1944, S. 299)

Schweizerisches Evangelisches Hilfswerk für die Bekennende Kirche in Deutschland (Hrsg.), Juden - Christen - Judenchristen. Ein Ruf an die Christenheit, Zollikon: Verlag der Evangelischen Buchhandlung 1939.

Wilhelm Vischer, Der Antisemitismus im Licht der Bibel. Referat vor der Minoritätenkommision des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen, Genf, 8. August 1939, in: In Extremis 1 (1940) 10-14.

8. Dezember 1941: Die Breslauer Vikarin Staritz wird vorübergehend in ein KZ verbracht, "weil sie sich in einem offenen Rundbrief für die christlichen Sternträger eingesetzt hatte". (Brunotte 1967, S. 165)

Rundschreiben der Kirchenkanzlei der DEK (gez. Dr. Fürle) an die Landeskirchen vom 22. Dezember 1941:

  • "Der Durchbruch des rassischen Bewußtseins in unserem Volk, verstärkt durch die Erfahrungen des Krieges, und entsprechende Maßnahmen der politischen Führung haben eine Ausscheidung der Juden aus der Gemeinschaft mit uns Deutschen bewirkt. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache, an welcher die deutschen evangelischen Kirchen, die in ihrem Dienste an dem einen ewigen Evangelium an das deutsche Volk gewiesen sind und im Rechtsbereich dieses Volkes als Körperschaft des öffentlichen Rechts leben, nicht achtlos vorübergehen können. Wir bitten daher im Einvernehmen mit dem Geistlichen Vertrauensrat der DEK die obersten Behörden, geeeignete Vorkehrungen zu treffen, daß die getauften Nichtarier dem kirchlichen Leben der deutschen Gemeinde fernbleiben. Die getauften Nichtarier werden selbst Mittel und Wege suchen müssen, sich Einrichtungen zu schaffen, die ihrer gesonderten gottesdienstlichen und seelsorgerlichen Betreuung dienen können. Wir werden bemüht sein, bei den zuständigen Stellen die Zulassung derartiger Einrichtungen zu erwirken." (zitiert nach Brunotte 1967, S. 166 f.)
  • Kommentar Brunotte dazu (S. 173): "Zweifellos ... wäre es dem kirchlichen Ansehen der Kirchenkanzlei und des Geistlichen Vertrauensrates zuträglicher gewesen, wenn sie im Dezember 1941 geschwiegen und der Gewalt ihren Lauf gelassen hätten, anstatt sich - bei gutem Willen - dem Verdacht auszusetzen, auch sie hätten sich an der deutschchristlichen Ausstoßung der evangelischen Nichtarier beteiligen wollen."

Vermerk von KR Kracht über die Begegnung mit Ostubaf Eichmann im RSHA am 14. April 1942:

  • "Herr E. zeigte sich dann aber doch zugänglich für die Schwierigkeiten, in denen die Kirchen gegenüber den getauften Nichtariern seien. Er wies selber auf das Neue Testament hin und die ihm offenbar geläufige christliche Anschauung, daß eben zwischen den getauften Christen Unterschiede nicht seien. Er glaube wohl, daß das für die Kirche schwierig sei, aber ihn ginge das nichts an. ... Er könne mir aber versichern, ... daß die ganze Judenfrage hier im Altreich nur eine Transportfrage sei ..." (zitiert nach Brunotte 1967, S. 172)

Karl Ludwig Schmidt, Die Judenfrage im Lichte der Kapitel 9-11 des Römerbriefes. Vortrag gehalten an der fünften Wipkinger Tagung des Schweizerischen Evangelischen Hilfswerkes für die Bekennende Kirche in Deutschland am 16. November 1942 (Theologische Studien, Heft 13), Zollikon-Zürich: Evangelischer Verlag, 2. Auflage 1943.

Wilhelm Vischer, Die Judenfrage - eine entscheidende Frage für die Kirche, Zollikon-Zürich: Evangelischer Verlag 1942.

Schweizerisches Evangelisches Hilfswerk für die Bekennende Kirche in Deutschland mit Flüchtlingsdienst (Hrsg.), Soll ich meines Bruders Hüter sein? Weitere Dokumente zur Juden- und Flüchtlingsnot unserer Tage, Zollikon-Zürich: Evangelischer Verlag 1944, darin:

  • Paul Vogt, Predigt über Matthäus 25,31-46
  • Wilhelm Vischer, Wir Christen und die Juden
  • Otto Salomon, Wir Judenchristen
  • Worte an die Christen in der Schweiz zur Judenfrage
    • Das Heil kommt von den Juden (Memorandum)
    • Juden und Christen
    • Ein Leib und Ein Geist, Ein Volk und Ein Herr

Wilhelm Halfmann nach dem Krieg zu der Ende 1941/Anfang 1942 in Schleswig-Holstein getroffenen Sonderregelung für den Umgang mit den Evangelischen jüdischer Herkunft:

  • "Zur Bereinigung der Personalfragen muß hinzutreten die Bereinigung von Sachfragen, Ordnungen, Gesetzen. Es muß nachgeprüft werden, welche Gesetze und Verordnungen der letzten zwölf Jahre aufzuheben sind - es ist klar, daß z. B. eine Verordnung wie die über den von Evangelischen nichtarischer Abstammung aus der kirchlichen Seelsorge ihre Zeit gehabt hat. Es sind andererseits neue Ordnungen nötig wie z. B. Regelung der Kirchenmitgliedschaft, die jetzt eine akute Frage geworden ist durch die Wiedereintritte - erwägenswert wäre auch die Frage des Ausschlusses. Doch will ich nicht in Einzelheiten gehen, Anregungen werden in genügender Menge aus der Synode kommen. Grundsätzlich betone ich nur immer wieder: Es müssen kirchliche Maßstäbe angewendet werden!" (Halfmann, Die Gegenwartsaufgaben der schleswig-holsteinischen Kirche, 1945, in: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe, Kiel 1964, S. 108.)
  • "Sie [Dr. Kinder] haben in der Frage der Behandlung nichtarischer Mitglieder der evangelischen Kirche die radikal deutsch-christliche Lösung vermieden und für Schleswig-Holstein eine getroffen, die auch die Billigung der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein fand. Sie haben Ihren Einfluss bei Partei und Polizei eingesetzt, um Geistliche der Landeskirche vor Nachstellungen zu schützen. Sie haben bei der Frage der Eidesleistung der Geistlichen im Jahre 1938 nach vorherigen Verhandlungen mit Vertretern der Bekennenden Kirche eine Form der Eidesleistung gefunden, die den Geistlichen die Ableistung des Eides ermöglichte, so dass auch die der Bekennenden Kirche angehörigen Geistlichen den Eid abgelegt haben. Darüber hinaus mag es von Wert sein, wenn ich zum Ausdruck bringe, dass wir trotz des in unseren Personen vorhandenen Gegensatzes immer als christliche Menschen und in angenehm menschlichen Formen miteinander verkehrt haben." (Kinder, Neue Beiträge ..., Flensburg 1966, S. 192.)

Rundschreiben der Oldenburgischen Kirche vom 6. Dezember 1947:

  • "Die getauften Christen jüdischer Abstammung sind durch die Tau­fe Glieder des Gottesvolkes des Neuen Bundes geworden. Wo diese Bedeutung der Taufe geleugnet wird, da traut die Kirche natürlichen und geschichtlichen Bedingungen eine größere Kraft zu als dem Handeln Gottes. Wir müssen bekennen, daß in den vergangenen Jahren auch Christen sich mehr von staatlichen Maßnahmen und Forderungen und von allgemeinen antisemitischen Stimmungen als von dieser christlichen Verpflichtung haben leiten lassen. Die Tatsache, daß einzelne Glieder der christli­chen Kirche in vorbildlicher Treue sich der verfolgten und gefährdeten Mitchristen jüdischer Abstammung angenommen haben, kann diese Schuld nicht ausstreichen." (Kirchl. Jahrbuch 1945-1948, S. 222 f.)

Heinz Brunotte, Die Kirchenmitgliedschaft der nichtarischen Christen im Kirchenkampf, in: ZevKR 13 (1967) 140-174.

  • Verteidigung: Heinz Brunotte, In eigener Sache. Die "nichtarischen" Christen in der DEK, in: ZevKR 14 (1968/69) 133-136.

Walter Birnbaum, Arierparagraph und Kirche, in: ders., Zeuge meiner Zeit. Aussagen zu 1912 bis 1972, Göttingen: Musterschmidt 1973, S. 201-205. (apologetisch!)

Stephan Linck, "... vor zersetzendem jüdischen Einfluß bewahren". Antisemitismus in der schleswig-holsteinischen Landeskirche, in: Annette Göhres, Stephan Linck, Joachim Liß-Walther (Hrsg.): Als Jesus "arisch" wurde. Kirchen, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung in Kiel, Bremen: Edition Temmen 2003, 22004, S. 132-146.

Hansjörg Buss, "Entjudung der Kirche". Ein Kircheninstitut und die schleswig-holsteinische Landeskirche, in: Annette Göhres, Stephan Linck, Joachim Liß-Walther (Hrsg.): Als Jesus "arisch" wurde. Kirchen, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung in Kiel, Bremen: Edition Temmen 2003, 22004, S. 162-186.

Reinhart Staats, Hans Asmussen und der deutsche Antisemitismus, in: ders., Protestanten in der deutschen Geschichte. Geschichtstheologische Rücksichten, Leipzig: EVA 2004, S. 62-72.

Dr. Kinder, Bischof Halfmann und die Bekennende Kirche in Schleswig-Holstein zur Frage der Zugehörigkeit von Christen jüdischer Herkunft zur Landeskirche und der Integrität ihrer Taufe. Zusammengestellt von Peter Godzik am 15. September 2015.

Jörgen Sontag, "Verleugnet" - vom Umgang der Kirche mit ihren jüdischen Gemeindegliedern. Ein theologisches Problem in der Evangelischen Kirche in Deutschland und in der schleswig-holsteinischen Landeskirche in den Jahren 1941/1942. Vortrag am 18. Mai 2016 in der Nikolai-Kirche zu Kiel im Rahmen der Ausstellung "Neue Anfänge nach 1945".